Wenn Max Loong über Hidden Hills Villas spricht, verlässt der Schweizer Moderator und Schauspieler das Fernsehvokabular. Dann erzählt er von Terrassen aus recyceltem Eisenholz und Säulen aus alten Eisenbahnschienen, von Weinen im Offenausschank und von einer Sonne, die neun Monate im Jahr frontal im Indischen Ozean versinkt. Das Boutique-Hotel auf der Bukit-Halbinsel im Süden Balis begann als Traum seiner verstorbenen Mutter. Heute ist Hidden Hills Villas in Uluwatu ein familiengeführtes Haus mit 14 Villen und Mitglied der Small Luxury Hotels of the World.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: familiengeführtes Boutique-Hotel mit freistehenden Pool-Villen, gegründet von Beatrice und Max Loong, eröffnet Ende 2015.
- Wo: Pecatu, Uluwatu, rund 19 Kilometer südlich des Flughafens Denpasar.
- Besonderheit: keine zwei Villen gleich, persönlicher Butler pro Villa, Wünsche per WhatsApp rund um die Uhr.
- Kulinarik: Hidden Gem Restaurant & Wine Lounge mit kalifornisch inspirierter Grillküche und einer grossen Auswahl an Weinen im Offenausschank.
- Beste Reisezeit: Trockenzeit von April bis September.
Hidden Hills Villas: Eine Familiengeschichte zwischen Zürich und Bali
Die Wurzeln von Hidden Hills Villas reichen weiter zurück als das Hotel selbst. Max Loongs Vater, ein früherer Autorennfahrer aus Malaysia, absolvierte die Hotelfachschule in Luzern und machte Karriere in der Hotellerie. Seine Mutter Beatrice, eine erfolgreiche Kunsthändlerin, hatte schon in den Siebzigerjahren als junge Reisende die Welt bereist. Als Max 2006 als Moderator für MTV Asia nach Singapur zog, besuchte sie ihn häufig und entdeckte dabei Bali neu.
«Meine Mutter hatte ihr Herz in Asien verloren, auf allen Ebenen», erzählt Max Loong. «Viele reden davon, irgendwann eine Bar am Strand zu eröffnen. Sie hat es tatsächlich gemacht, und ich habe sie dabei gepusht.» Geplant war zunächst nur eine kleine Villa für sie selbst. 2008 fand Beatrice Loong ein grösseres Grundstück in Uluwatu, und aus der bescheidenen Idee wurde ein Hotelprojekt. Ende 2015 öffnete Hidden Hills Villas nach den Plänen des balinesischen Architekten Robin Bimantoro seine Türen, zunächst mit sechs Villen. Heute umfasst das Haus 14 Villen mit insgesamt 22 Zimmern, acht davon entstanden während der Pandemiejahre.
Warum Uluwatu? Die Energie der Bukit-Halbinsel
Als Beatrice Loong 2008 nach einem Standort suchte, waren Seminyak und Canggu bereits etabliert. Uluwatu dagegen war vor allem ein Ziel für Surfer. «Meine Mutter hat immer an Energie geglaubt, an Feng Shui und daran, die richtigen Energiepunkte zu finden», sagt Max Loong. «In Canggu hat sie diese Energie nicht gespürt, in Uluwatu war alles anders.»
Ausser dem 2006 eröffneten Bvlgari Resort Bali gab es damals kaum Infrastruktur: ein italienisches Restaurant, ein paar Warungs, also einfache Garküchen, und endlose Surfspots. Erst später folgten die grossen Namen, 2018 das Six Senses Uluwatu, 2022 das Jumeirah Bali und 2023 das Umana Bali in Ungasan. Heute zählt Uluwatu zu den gefragtesten Gegenden Balis. Hidden Hills Villas gehört zu den ersten Boutique-Hotels der Region.
Den spirituellen Mittelpunkt der Halbinsel bildet der Pura Luhur Uluwatu, einer der bedeutendsten Meerestempel Balis. Er steht rund 70 Meter über dem Indischen Ozean auf einer Kalksteinklippe. Seine Ursprünge reichen vermutlich ins 9. bis 11. Jahrhundert zurück. Um 1500 soll hier der Priester Dang Hyang Nirartha der Überlieferung nach Moksha erlangt haben, die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Daran erinnert der Beiname «Luhur», was so viel wie erhaben bedeutet.
Boutique-Luxus in Hidden Hills Villas: keine Villa gleicht der anderen
«Bei uns sind keine zwei Zimmer gleich, keine zwei Badezimmer gleich, alles ist einzigartig», sagt Max Loong. «Das ist für mich Boutique: ein kleiner Laden, der einzigartige Dinge verkauft, nichts Mainstream.» Von aussen wirken die Villen fast identisch, innen erzählt jede von einem anderen Ort der Welt. Die Villa Santorini ist ganz in Weiss gehalten und griechisch inspiriert, die Villa Marrakesh setzt auf marokkanische Ornamentik und einen eigenen Garten. Die grösste Einheit, die Villa Raja, bietet fünf Schlafzimmer, einen Infinity-Pool und einen weiten Blick über die Küste.
Für die Bauten wurden Bangkirai-Holz, Schindeln aus Ulin-Eisenholz, antike Möbel und wiederverwendete Materialien eingesetzt. Alte Eisenbahnschienen tragen als Säulen ganze Dächer. Statt einer klassischen Hotelhierarchie arbeitet das Haus mit persönlichen Butlern. Gäste schicken ihre Wünsche per WhatsApp, ob Tisch im Beachclub, Surfstunde oder Massage in der Villa. Schon vor der Ankunft versucht das Team, möglichst viel über die Vorlieben der Gäste zu erfahren.
Seine Positionierung beschreibt der Gastgeber nüchtern: Hidden Hills Villas liege zwischen Ultraluxushäusern wie Four Seasons oder Bvlgari und gehobenen Viersternehotels. «Mit den grossen Namen können wir nicht konkurrieren. Wir heben uns durch die Grösse unserer Villen und vor allem durch personalisierten Service ab.» Mit nur 14 Villen sei eine Individualisierung möglich, die grosse Resorts kaum erreichen.
Sonnenuntergang in Uluwatu: der Blick von den oberen Villen
Fragt man Max Loong nach dem besten Ort für den Sonnenuntergang in Uluwatu, ist die Antwort klar: «Ich habe über 65 Länder bereist. Die schönsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe, sind in Bali bei Hidden Hills Villas und auf den Balearen.» Von den oberen Villen blickt man frontal auf den Ozean, wo die Sonne neun Monate im Jahr direkt im Wasser versinkt. Nahe dem Äquator geht die Sonne das ganze Jahr zwischen etwa 18 und 18.45 Uhr unter, die Dämmerung ist kurz.
Wer den Sonnenuntergang mit Kultur verbinden möchte, besucht den Kecak-Feuertanz im Uluwatu-Tempel. Die Vorstellung beginnt täglich um 18 Uhr im Amphitheater über der Klippe und erzählt eine Episode aus dem Ramayana. Ein weiterer Tipp des Gastgebers ist das Restaurant AKASA auf der obersten Ebene des Jumeirah Bali, bekannt für asiatische Küche vom Holzfeuer.
Hidden Gem Restaurant: Surf and Turf mit Weinpairing
Das hauseigene Hidden Gem Restaurant & Wine Lounge liegt offen am Infinity-Pool und verbindet kalifornisch inspirierte Küche mit Produkten aus der Region. Früchte und Gemüse stammen von Farmen im Hochland von Bedugul, Fisch und Meeresfrüchte aus indonesischen Gewässern, das Fleisch in USDA-Prime-Qualität aus den Vereinigten Staaten. «Es ist eine Anlehnung an Surf and Turf, aber jedes Gericht ist für ein bestimmtes Weinpairing gedacht», erklärt Max Loong. Seit dem Sommer 2025 steht das Restaurant auch externen Gästen offen.
Die Weinkarte stellt der Gastgeber selbst zusammen. Zwischen 2019 und 2023 studierte er Wein und schloss mit dem WSET Diploma (Level 4) ab, der höchsten Qualifikation des Wine & Spirit Education Trust und üblichen Vorstufe zum Master of Wine. «Früher war es ein Hobby, jetzt wird es zum Teilzeitjob.» Rund 40 Weine werden glasweise ausgeschenkt, in der angeschlossenen Hidden Gem Wine Boutique stehen über hundert Premiumweine zur Auswahl. Besonders stolz ist Loong auf sein Team: «Da spricht ein junger Balinese über Weine, aus einer Kultur, die mit Wein nichts zu tun hat. Das berührt unsere Gäste.»
Nachhaltigkeit unter schwierigen Bedingungen
Beim Thema Nachhaltigkeit verzichtet Max Loong auf Schönfärberei. «Im Front of House sind wir komplett frei von Einwegplastik», sagt er. Recycling sei auf Bali dagegen schwierig: «Es gibt auf der ganzen Insel keine richtigen Recyclinganlagen, das ist eine Tatsache.» Das Hotel setzt deshalb auf langlebige und wiederverwendete Materialien, auf recyceltes Holz für die Decks und antike Möbelstücke. Gemeinsam mit dem Nachbarn entsteht ein Kompostprojekt.
Was Beatrice Loong als Rückzugsort für sich selbst plante, gibt heute einem balinesischen Team Arbeit und Ausbildung. «Ich glaube daran, dass ein glückliches Team zu glücklichen Gästen führt. Unser Mantra ist: Be inspired to inspire others.» Eine Reiseagentin, die zuvor die grossen Luxushotels Balis besucht hatte, von Mandapa über COMO Shambhala bis Capella, sei bei Hidden Hills Villas zu Tränen gerührt gewesen. «Sie hat gesehen, mit wie viel Stolz mein balinesisches Team serviert, weil es bei uns so viel lernen darf.»
Interview mit Max Loong
Max, du hast eine erfolgreiche Karriere als Moderator bei MTV Asia und im Schweizer Fernsehen hinter dir. Wie verrückt muss man sein, um auf Bali ein Hotel zu bauen?
(lacht) Ich glaube, es ist weniger Verrücktheit als eine Unternehmerpersönlichkeit. Ich habe immer mehrere Projekte gleichzeitig gemacht. Und ich gehe jeden Tag gern zur Arbeit, weil es sich nicht wie Arbeit anfühlt. Es macht einfach Spass. Natürlich gibt es Tage, an denen ich weniger motiviert bin oder als Unternehmer auf die Nase falle. Das passiert ständig. Aber davon lernt man.
Du lebst in Los Angeles, führst das Hotel auf Bali und bist beim Zurich Film Festival eingestiegen. Wie bringst du das unter einen Hut?
Ich habe eine sehr unterstützende Frau, wir teilen uns die Betreuung der Kinder gut auf und sind ein starkes Team. Am Ende ist es Zeitmanagement. Ich arbeite vielleicht mehr als der Durchschnitt, aber wenn ich körperlich und mental ausgeglichen bin, funktioniert das wunderbar.
Was bedeutet dir das Zurich Film Festival?
Das ist noch einmal ein ganz anderer Druck. Bei meinen eigenen Firmen trage ich Verantwortung für Mitarbeitende und Investoren. Das ZFF aber ist für mich ein Kulturgut. Ich kann mir Zürich ohne das Filmfestival nicht vorstellen, das darf man nicht verhauen. Meine Rolle ist vor allem die Partnerakquise, also mein globales Netzwerk für das Festival zu nutzen. Und es gibt einen schönen Bezug zur Hospitality: Am Festival finden viele Gastgeber-Anlässe statt, die man noch ausbauen kann.
Was möchtest du Gästen mitgeben, die zum ersten Mal nach Hidden Hills Villas kommen?
Einfach die Seele baumeln lassen und sich inspirieren lassen: von der Energie Balis, von den schönsten Sonnenuntergängen der Welt, von der Wärme der Balinesen gepaart mit Fachwissen. Unser Ziel ist, dass nicht nur die Gäste glücklich sind, sondern auch das Team. Genau diese Kombination macht das Erlebnis bei uns aus.
Zur Person: Max Loong, Jahrgang 1980, wuchs in Zürich auf und moderierte ab 2000 bei VIVA Schweiz, später bei MTV Asia, «MusicStar» und «The Voice of Switzerland». Er lebt mit seiner Familie in Los Angeles und ist seit Juli 2025 Mitinhaber des Zurich Film Festival.
TRAVELPEARLS-Tipps für Uluwatu
- Die richtige Villa wählen: Für den frontalen Sonnenuntergang über dem Meer bei der Buchung ausdrücklich eine der oberen Ocean-View-Villen verlangen. Die Studio-Villen mit Gartenblick sind die preisgünstigste Kategorie.
- Direkt buchen: Über die Website des Hotels gibt es eine Bestpreisgarantie und einen Direktbuchungsrabatt. Über die Small Luxury Hotels of the World ist das Haus ebenfalls buchbar.
- Kecak-Tanz: Mindestens eine Stunde vor 18 Uhr am Tempel sein, in der Hochsaison sind die Plätze früh vergeben. Das Ticket kostet rund 150’000 Rupiah, dazu kommt der Tempeleintritt von rund 50’000 Rupiah. Sarong und Schärpe erhält man am Eingang.
- Vorsicht Affen: Die Makaken im Tempelareal entreissen Besuchern gern Sonnenbrillen, Hüte und Handys. Lose Gegenstände im Rucksack verstauen.
- Strände in der Nähe: Bingin Beach liegt rund zwei Kilometer entfernt, Padang Padang knapp drei. Beide erreicht man über steile Treppen, am besten bei Ebbe.
- Verkehr einplanen: Die Strassen rund um Uluwatu sind am späten Nachmittag dicht. Für den Transfer vom Flughafen je nach Tageszeit 45 bis 60 Minuten rechnen.
- Weinabend: Im Hidden Gem lohnt sich ein Menü mit Weinbegleitung, am besten an einem Tisch am Pool zum Sonnenuntergang.
Weitere Inspiration für Asien finden Sie in unseren Top 10 Reisezielen 2025 und im Beitrag über The Anam in Vietnam. Wer Max Loongs zweiten Lieblingsort für Sonnenuntergänge kennenlernen möchte, findet ihn in unserem Guide zu den besten Beachclubs auf Ibiza. Die Printfassung dieser Reportage erschien im TRAVELPEARLS Magazin, Ausgabe Dezember 2025.
Anreise, Reisezeit und Einreise
- Adresse: Hidden Hills Villas, Jalan Labuan Sait, Gang Puncak Sekapa II, Pecatu, Bali, Indonesien. www.hiddenhillsvillas.com
- Ausstattung: 14 Villen mit 22 Zimmern (Stand 2025), Hidden Gem Restaurant & Wine Lounge, Wine Boutique, Spa, Butlerservice inklusive.
- Anreise: Ab Zürich ohne Direktflug, mit einem Umstieg etwa in Singapur, Doha, Dubai oder Istanbul in rund 17 bis 20 Stunden nach Denpasar (DPS). Vom Flughafen sind es rund 19 Kilometer bis zum Hotel.
- Beste Reisezeit: Trockenzeit von April bis September, besonders angenehm sind Mai, Juni und September. Die Regenzeit dauert von Oktober bis März.
- Einreise: Schweizer erhalten ein Visum bei Ankunft oder online als e-VOA über das offizielle Portal der indonesischen Einwanderungsbehörde. Zusätzlich erhebt Bali eine Touristenabgabe von 150’000 Rupiah pro Person, zahlbar online über Love Bali. Aktuelle Hinweise gibt das EDA.
Häufige Fragen zu Hidden Hills Villas
Wem gehört Hidden Hills Villas in Uluwatu?
Hidden Hills Villas wurde von Beatrice Loong und ihrem Sohn, dem Schweizer Moderator und Schauspieler Max Loong, gegründet. Das Grundstück kaufte die Familie 2008, Ende 2015 eröffnete das Hotel. Es wird bis heute als Familienbetrieb geführt und ist Mitglied der Small Luxury Hotels of the World.
Wie viele Villen hat Hidden Hills Villas?
Hidden Hills Villas zählt nach Angaben von Max Loong 14 Villen mit insgesamt 22 Zimmern. Die Bandbreite reicht von Studio-Villen bis zur Villa Raja mit fünf Schlafzimmern. Jede Villa ist individuell gestaltet, etwa griechisch inspiriert wie die Villa Santorini oder marokkanisch wie die Villa Marrakesh.
Wo liegt Hidden Hills Villas genau?
Das Hotel liegt in Pecatu auf der Bukit-Halbinsel im Süden Balis, rund 19 Kilometer vom internationalen Flughafen Denpasar entfernt. Bingin Beach und Padang Padang Beach sind in wenigen Fahrminuten erreichbar, der Uluwatu-Tempel liegt rund vier bis fünf Kilometer entfernt.
Wann ist die beste Reisezeit für Uluwatu?
Die beste Reisezeit für Uluwatu ist die Trockenzeit von April bis September. Dann ist die Luft klar, die Sonnenuntergänge über dem Indischen Ozean sind besonders eindrücklich, und an der Westküste herrschen gute Bedingungen zum Surfen. Von Oktober bis März ist Regenzeit.
Kann man im Hidden Gem Restaurant auch ohne Hotelaufenthalt essen?
Ja. Seit dem Sommer 2025 steht das Hidden Gem Restaurant & Wine Lounge auch externen Gästen offen. Eine Reservation ist empfehlenswert, besonders für einen Tisch zum Sonnenuntergang.
Quellen: Gespräch mit Max Loong für das TRAVELPEARLS Magazin (Ausgabe Dezember 2025), Hidden Hills Villas, Small Luxury Hotels of the World, Tatler Asia (19. Juli 2022), Indonesia Design (20. Dezember 2017), NOW! Bali (16. Juli 2025), Kementerian Pariwisata Republik Indonesia, Pemerintah Provinsi Bali, Zurich Film Festival. Text: Guido Käppeli, TRAVELPEARLS-Redaktion. Bilder: © Hidden Hills Villas 2025, Porträt Max Loong © Sven Bänziger.
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