Waldwege, Biowein über dem Ledrosee, böhmische Gnocchi und ein Dinner unter Klostergewölben: Die Val di Ledro und das Nordufer des Gardasees trennen nur zwanzig Autominuten. Für Geniesser sind sie zwei Seiten derselben Reise.
Am Morgen liegt über den Wiesen von Lenzumo noch der Schatten der Berge. An den Holzhäusern hängen die Hortensien in schweren Dolden, die Flanken der Ledrenser Alpen ragen steil über dem Wald auf, und auf der schmalen Strasse, die weiter ins Val Concei führt, fährt um diese Zeit kaum ein Auto. Man hört die eigenen Schritte auf dem Kies und sonst wenig. So beginnt ein Tag in der Val di Ledro, einem Hochtal, das viele Reisende nur vom Durchfahren kennen.
Dabei liegt der Gardasee nur einen Tunnel und eine Handvoll Kehren entfernt. Unten in Riva del Garda schlagen am Nachmittag die Segel im Wind, auf den Promenaden drängen sich die Flaneure, und in Arco ist ein Kloster aus dem 17. Jahrhundert zum Hotel geworden. Die Val di Ledro ist das stille Hinterland dieses lebhaften Ufers. Wer beides verbinden will, wohnt oben in der Ruhe und fährt zum Segeln, zum Olivenöl und zum Abendessen hinunter.
Das Wichtigste in Kürze
- Lage: Die Val di Ledro liegt im Trentino westlich oberhalb von Riva del Garda; der Ledrosee befindet sich auf 655 Metern über Meer.
- Natur: Leichte Wanderungen durch das Val Concei, etwa auf dem Naturlehrpfad zum Rifugio Al Faggio (8,5 Kilometer, 220 Höhenmeter).
- Kulturerbe: Die Pfahlbauten am Ledrosee (2200 bis 1350 v. Chr.) sind seit 2011 UNESCO-Welterbe; das Tal gehört seit 2015 zum UNESCO-Biosphärenreservat Alpi Ledrensi e Judicaria.
- Genuss: Bioweine der Familie Sartori aus pilzwiderstandsfähigen Sorten wie Solaris und Souvignier Gris; dazu Gnocchi boemi, ein Erbe der Evakuierung nach Böhmen im Ersten Weltkrieg.
- Beste Reisezeit: Mitte März bis Ende Oktober; von Ende September bis Anfang November lockt der «Mese del Gusto» mit Themenmenüs.
Inhalt
- Wohnen in der Val di Ledro: Das Da Elda Natural Retreat
- Wandern in der Val di Ledro: Zum Rifugio Al Faggio
- Ledrosee: Pfahlbauten und 4000 Jahre Geschichte
- Biowein aus der Val di Ledro: Die junge Kellerei der Familie Sartori
- Gnocchi boemi: Die böhmische Seele der Val di Ledro
- Riva del Garda: Segeln, wenn die Ora bläst
- Olivenöl vom 46. Breitengrad
- Fizz & Fish: Süsswasserfisch unter Klostergewölben
- TRAVELPEARLS-Tipps und Geheimtipp
- Häufige Fragen zur Val di Ledro
Wohnen in der Val di Ledro: Das Da Elda Natural Retreat in Lenzumo
Wer die Ruhe des Tals sucht, biegt bei Pieve di Ledro ins Val Concei ab. Die Strasse wird schmaler, der Wald dichter, die Luft kühler. In Lenzumo auf 788 Metern, dort, wo das Tal in Wiesen und Wald ausläuft, steht das Da Elda Natural Retreat. Die Familie Zoppirolli führt das Vier-Sterne-Haus als Eco Ambient Hotel, und das ist mehr als ein Etikett: Gedämmt wird ausschliesslich mit natürlichen Materialien, gereinigt mit Produkten ohne toxische Chemie, die Böden sind aus Kastanie und Eiche. Vieles, was abends auf den Tisch kommt, wächst auf eigenem Land. Dazu gibt es einen Wellnessbereich mit Dampfbad und, von April bis Oktober, einen Pool im Garten.
Der eigentliche Luxus ist die Abwesenheit von allem, was stört: keine Durchgangsstrasse, kein Lärm, nur Wiesen, Wald und die Berge. Wer hier wohnt, hat den Wanderweg zum Rifugio Al Faggio vor der Haustür und ist trotzdem in rund zwanzig Minuten am Gardasee. Die Halbpension kostet laut Buchungsseite ab 104 Euro pro Person und Nacht; im Februar bleibt das Haus geschlossen.
Wandern in der Val di Ledro: Zum Rifugio Al Faggio
Am besten erschliesst sich das Val Concei zu Fuss. Direkt ab Lenzumo führt der Naturlehrpfad gemächlich talaufwärts, durch Fichten- und Buchenwald, über kleine Brücken und vorbei an den Heuhütten von Palò. Die Wanderung ist leicht, die ganze Runde misst 8,5 Kilometer bei nur 220 Höhenmetern, und selbst im Hochsommer bleibt es unter den Bäumen kühl.
Kurz vor dem Ziel verändert sich der Wald. Zwischen den Stämmen stehen Gestalten aus Holz: Gnome, Eichhörnchen, eine geflügelte Fee auf einem Baumstrunk. Lokale Bildhauer der Gruppe Leder Legn schufen sie 2018 für den Sentiero della Fata Gavardina, inspiriert von der Legende jener Schutzfee, die auf dem 2047 Meter hohen Monte Gavardina wohnen und über das Tal wachen soll. Stefania Oradini, Projektmanagerin des Outdoor Park Garda Trentino, erzählt die Geschichte so, dass man unwillkürlich nach oben schaut. Ein Barfussweg gehört ebenfalls zum Park.
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Am Ende der Lichtung liegt das Rifugio Al Faggio auf 963 Metern, benannt nach der mächtigen Buche daneben, dem ältesten Baum der Val di Ledro. Die Lage auf der Wiese, umrahmt von Wald und Felsflanken, ist eine der schönsten des Tals. Gekocht wird nach den Rezepten der Grossmutter, mit Produkten aus der Umgebung und aus eigener Herstellung. Unbedingt probieren sollte man die hausgemachten Ravioli.
Ledrosee: Pfahlbauten und 4000 Jahre Geschichte
Zurück im Haupttal liegt der Ledrosee. Er ist eiszeitlichen Ursprungs, misst rund 2,2 Quadratkilometer und reicht bis etwa 48 Meter in die Tiefe. Sein Wasser wechselt mit dem Licht die Farbe, am Morgen spiegelglatt, mittags türkis, am Abend beinahe tannengrün. Am besten erschliesst er sich auf dem Uferweg, zu Fuss oder mit dem E-Bike.

An seinem Ostufer bei Molina di Ledro liegt eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten der Alpen. Im Herbst 1929 wurde der Seespiegel für das Wasserkraftwerk in Riva del Garda abgesenkt, und plötzlich ragten mehr als 10 000 Holzpfähle aus dem Uferschlamm: die Reste eines Dorfes, das zwischen 2200 und 1350 vor Christus bewohnt war. Seit 2011 gehört die Fundstätte zum UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Das Museo delle Palafitte in Molina di Ledro, eine Aussenstelle des Wissenschaftsmuseums MUSE in Trient, wurde 2019 vollständig erneuert; vier rekonstruierte Hütten zeigen, wie die ersten Bewohner der Val di Ledro lebten.
Die gesamte Gegend ist zudem Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Alpi Ledrensi e Judicaria, anerkannt 2015, rund 47 000 Hektar gross und vom Gardasee auf 63 Metern bis zur Cima Tosa auf 3173 Metern reichend.
Biowein aus der Val di Ledro: Die junge Kellerei der Familie Sartori
Weinbau auf über 650 Metern, in einem Alpental? Am Westufer des Sees ist er Wirklichkeit. Die Rebzeilen der Sartori Organic Farm in Pur ziehen sich so steil zum Ledrosee hinunter, dass man beim Gehen unwillkürlich die Schritte verkürzt. Das milde, beinahe mediterrane Mikroklima des Tals nutzten schon die Pfahlbausiedler der Bronzezeit für Rebe und Olive.
Die Kellerei ist jung, die Familie dagegen lebt seit jeher im Tal. Geführt wird der Betrieb von Michele und Marco Sartori. Marco, die junge Generation, hat das renommierte Agrarinstitut San Michele all’Adige absolviert und studiert inzwischen Weinbau und Önologie; er verantwortet den Keller. Anna Maria führt seit vielen Jahren ein kleines, mit dem EU-Ecolabel zertifiziertes Bed & Breakfast im Weiler Locca. Was diesen Betrieb von anderen Bioweingütern unterscheidet, ist die Wahl der Reben. Die Sartoris setzen auf sogenannte PIWI-Sorten, pilzwiderstandsfähige Züchtungen wie Solaris und Souvignier Gris, die in Höhenlagen gedeihen und mit sehr wenigen oder gar keinen Pflanzenschutzbehandlungen auskommen.
Aus Solaris vom Seeufer entstehen der Crùn, ein in der Flasche nachvergorener Schaumwein, den man trüb oder klar dekantiert trinken kann, und der stille Massangla, benannt nach dem Bergbach des Tals. Der Athol aus Souvignier Gris wächst auf Moränenböden am Monte Baldo bei Mori. Zwei weitere Weine tragen die Namen Carla und Ignazio, eine Verbeugung vor Marcos Grosseltern. Auf den Etiketten der PIWI-Weine prangt ein bronzezeitliches Diadem, ein Motiv aus den Pfahlbaufunden von Molina. Dazu kommt Olivenöl von 170 Bäumen der Sorten Casaliva und Leccino, die in Arco am Fuss der Felswände stehen.
Bei der geführten Tour durch Weinberg, Keller und Barriquekeller verkosten Gäste vier Weine mit Olivenöl, hausgemachter Olivenpaste und lokalen Spezialitäten. Am schönsten ist die Verkostung am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne den See unterhalb der Reben aufleuchten lässt. Die Tour dauert rund anderthalb Stunden und kostet laut Garda Trentino ab 32 Euro pro Person.
Gnocchi boemi: Die böhmische Seele der Val di Ledro
Was das Tal auf den Teller bringt, erzählt von seiner jüngeren Geschichte. Im Ristorante Maggiorina in Bezzecca kommt der Gnocco in einer weissen Schale mit ockerfarbenem Rand, und auf den ersten Blick passt er nicht hierher: ein gedämpfter Hefeknödel, luftig wie ein Brioche, darüber eine dichte Tomatensauce und eine Scheibe Speck, die im Ofen glasig geworden ist. Wer Trentiner Bergküche erwartet, bekommt ein Gericht mit böhmischen Wurzeln.
Im Ersten Weltkrieg gehörte die Val di Ledro zur Habsburgermonarchie und lag unmittelbar an der Front. Die Bevölkerung wurde ins Innere des Reiches evakuiert, vor allem nach Böhmen und Mähren. Als die Menschen 1918 und 1919 zurückkehrten, standen von vielen Häusern nur noch Mauern. Mitgebracht hatten sie Rezepte. Bis heute erinnert in jedem Dorf des Tals eine Strasse, ein Platz oder eine Gedenktafel an die Orte des Exils.
Die Namensgeberin des Ristorante Maggiorina war als Kind unter den Evakuierten. Nach ihrer Überlieferung bereiten Valeria und Orietta die Gnocchi boemi bis heute zu, wie das Presseamt der Autonomen Provinz Trient dokumentiert. Die klassische Version ist süss: Hefeteig mit einem Kern aus Zwetschgen, übergossen mit zerlassener Butter, Zucker und Zimt, dazu hausgemachte Zwetschgenkonfitüre. Seit 2022 steht auch die Variante «all’amatriciana» auf der Karte, und gerade sie überzeugt, weil der weiche Teig die Säure der Tomate auffängt und der Speck für Salz und Biss sorgt. Wer zu zweit kommt, bestellt beide und teilt. Im Herbst serviert das Haus im Rahmen des «Mese del Gusto» ein böhmisches Themenmenü mit Kartoffelsuppe und Livance, kleinen Hefepfannkuchen mit Aprikosen- oder Zwetschgenkonfitüre.
Riva del Garda: Segeln, wenn die Ora bläst
Die Strasse fällt durch den Tunnel zum Gardasee ab, und mit einem Mal ist alles weiter, heller, lauter. Im Porto San Nicolò in Riva legt das Segelboot von Gardasee Charter ab. Skipper Matteo, kaum älter als zwanzig, kurbelt an der Winsch, das Grosssegel füllt sich, und schon nach wenigen Minuten legt sich das Boot so stark auf die Seite, dass man sich an der Reling festhält und das Glas in der anderen Hand umso vorsichtiger balanciert.
Der Grund ist die Ora. Das Nordufer zählt zu den besten Segelrevieren Europas, weil hier zwei verlässliche Winde wehen: Der Pelèr kommt in der ersten Tageshälfte aus Norden, die Ora setzt an normalen Tagen gegen Mittag aus Süden ein und legt sich mit dem Sonnenuntergang. Wie stark sie ist, zeigen die Foiler. Auf Brettern mit Tragflügeln schweben Kite- und Wingsurfer einen halben Meter über dem Wasser und rauschen mit geschätzten 60 bis 70 Stundenkilometern am Boot vorbei, beinahe lautlos. Wer am späten Nachmittag hinausfährt, segelt in den nachlassenden Wind und in die goldene Stunde hinein. Dazu passt ein Glas Trentodoc: Der Schaumwein aus Chardonnay, Pinot Nero, Pinot Bianco und Meunier erhielt 1993 als erster Schaumwein nach der klassischen Methode in Italien eine eigene DOC.
Zurück an Land führt die Via Fiume, die alte «Contrada Larga» mit ihren pastellfarbenen Fassaden und grünen Fensterläden, in die Altstadt von Riva. Für den Abend lohnt der Spaziergang in die andere Richtung, über die Seepromenade zum Grandhotel Du Lac et Du Parc. Sein Park gehört zu den schönsten am See: Wege winden sich unter Palmen, Mammutbäumen und Magnolien hindurch bis zum Kiesstrand. Mitten im Grün liegt die Capannina Pizza & Grill. Wenn die Terrasse abends im Kerzenlicht liegt und die Bäume im Dunkeln verschwinden, entsteht eine Stimmung, die man in Riva kaum anderswo findet. Die Küche ist italienisch und unkompliziert, von neapolitanischer Pizza bis zu Fleisch und Fisch vom Grill, und dabei ausgesprochen gut. Geöffnet ist die Capannina von Mai bis September.
Olivenöl vom 46. Breitengrad
Dass am Gardasee Oliven reifen, ist keine Selbstverständlichkeit. Nahe dem 46. Breitengrad gehört das Garda Trentino zu den nördlichsten Olivenanbaugebieten der Welt. In der Ölmühle Domus Olivae OlioCRU in Riva del Garda führt Rachele Zambelli durch Produktion und Verkostung. Der Betrieb entstand aus dem Zusammenschluss zweier historischer Mühlen, Ca’ Bianca und Olio Toni, und zählt nach eigenen Angaben zu den technologisch fortschrittlichsten Ölmühlen Europas: Laut Gambero Rosso werden die Oliven innerhalb von vier Stunden nach der Ernte gemahlen, im kontinuierlichen Verfahren extrahiert und das Öl unter Schutzgas in Edelstahltanks gelagert; den Strom liefert unter anderem eine eigene Photovoltaikanlage.
Die Hauptsorte ist die Casaliva. Das Garda DOP Trentino aus den Hainen um Arco zeigt eine mittlere Fruchtigkeit mit Noten von grüner Mandel und frischem Gras und klingt mit einem feinen Mandelton aus. Es begleitet ein Gericht, statt es zu überdecken, und passt deshalb ideal zum zarten Fisch aus dem See. Zur Verkostung gehören sechs Öle, gepresst mit und ohne Kern, dazu Balsamico, Olivenpulver und Liköre aus Zitronen und Orangen vom Gardasee, serviert mit Pan di Molche, einem Brot mit Oliventrester. Im hauseigenen Laden kann man sich danach mit feinen Ölen, Würzölen, Essigen und anderen Köstlichkeiten eindecken; er ist von Montag bis Samstag geöffnet.
Fizz & Fish: Süsswasserfisch unter Klostergewölben
Dieser Fisch steht im Mittelpunkt des Festivals «Sponde», und sein Höhepunkt ist das Dinner «Fizz & Fish» im Monastero Arx Vivendi in Arco. Unter weiss getünchten Kreuzgewölben, an langen, sorgfältig eingedeckten Tafeln folgen sich die Gänge, jeder mit Fisch aus heimischen Seen und Bächen, jeder begleitet von einem ausgewählten Trentodoc. Forelle und Saibling aus den Bergbächen, Hecht, Barsch und Renke aus dem See: Fische, die in der Region traditionell auf den Tisch kamen und die Köche hier mit zeitgenössischer Handschrift neu interpretieren.
Zwischen den Gängen gehört der Saal der Musik. Der Trentiner Komponist und Cellist Nicola Segatta spielt, und für einige Minuten werden die Gespräche leiser, das Besteck ruht, und der Klang des Cellos füllt das Gewölbe, als sei es dafür gebaut worden. Spätestens beim dritten Gang ist klar, dass Süsswasserfisch in den richtigen Händen keinen Vergleich mit dem Meer scheuen muss.
«Sponde» ist Teil des «Mese del Gusto», des Genussherbsts im Garda Trentino. 2026 dauert er vom 25. September bis 8. November, und jedes Wochenende steht im Zeichen eines anderen Produkts: Ende September der Süsswasserfisch, Anfang Oktober Polenta, Kürbis und Carne salada, Mitte Oktober Milch und der Rotwein Reboro, Ende Oktober Kastanien und Kartoffeln. Den Abschluss bildet das erste Novemberwochenende mit Grappa, Walnüssen und den «Frantoi aperti», wenn die Ölmühlen ihr frisch gepresstes Öl vorstellen. Wer Fizz & Fish erleben will, plant also Ende September; wer das neue Olivenöl probieren möchte, kommt Anfang November.
TRAVELPEARLS-Tipps für die Val di Ledro und Garda Trentino
- Ravioli im Rifugio Al Faggio: Die leichte Wanderung ab Lenzumo mit einem Mittagessen auf der Terrasse verbinden. Das Restaurant ist bis Anfang November geöffnet, ab Ende September nur noch mittags von 12 bis 14 Uhr.
- Gnocchi boemi zu zweit: Im Ristorante Maggiorina (Via XXIV Ottobre 9, Bezzecca) eine süsse und eine herzhafte Variante bestellen und teilen.
- Sartori rechtzeitig buchen: Verkostungen von Mitte März bis Ende Oktober, Mittwoch bis Samstag; Reservation spätestens am Vortag, Treffpunkt Via Val Maria 221 in Pur.
- Richtig segeln: Für ruhige Genusstörns den späten Nachmittag wählen, wenn die Ora nachlässt. Wer Schräglage und Tempo sucht, startet am frühen Nachmittag.
- Geheimtipp Wasserfall: Von Tiarno di Sotto führt ein Weg von rund 20 bis 30 Minuten zur Cascata del Gorg d’Abiss, wo der Bach Massangla in eine höhlenartige Felskammer stürzt. Am schönsten früh am Morgen.
- Ohne Auto ins Tal: Die Buslinie 214 verbindet Riva del Garda mit der Val di Ledro.
- Genussherbst nach Thema planen: Der «Mese del Gusto» läuft 2026 vom 25. September bis 8. November mit wechselnden Schwerpunkten. Das Programm steht jeweils ab September auf gardatrentino.it.
TRAVELPEARLS-Geheimtipp: Monastero Arx Vivendi in Arco
Hinter sieben Meter hohen Mauern, mitten in Arco, liegt eines der aussergewöhnlichsten Hotels am Gardasee. Das Kloster der Serviten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde vom Südtiroler Architekturbüro noa* in enger Abstimmung mit der Trentiner Denkmalpflege umgebaut. Aus je zwei ehemaligen Zellen entstand ein Zimmer, insgesamt sind es 40, darunter zwei Suiten. Lange Korridore, Kreuzgewölbe und Kalkputz sind geblieben; im Garten steht ein gläserner Spa-Pavillon. Der Name verbindet die einstige klösterliche Bestimmung mit dem Ortsnamen Arco und der «Ars vivendi», der Kunst zu leben.
Das Besondere: Nur eine Hälfte des Klosters ist Hotel. In der anderen leben bis heute fünf Ordensschwestern, mit eigener Kirche und eigenem Kreuzgang. Offiziell ist das Haus als Vier-Sterne-Superior-Hotel klassiert. In Ruhe, Architektur und Atmosphäre spielt es auf dem Niveau eines Fünf-Sterne-Hauses, und es ist noch weit weniger bekannt, als es verdient.
Vor den Klostermauern beginnt die Altstadt von Arco: schmale Gassen mit farbigen Fassaden, kleine Läden und Cafés, darüber die Collegiata dell’Assunta, die Stiftskirche aus dem 17. Jahrhundert, und auf dem Felsen die Ruine der Burg.
Häufige Fragen zur Val di Ledro
Wo liegt die Val di Ledro?
Die Val di Ledro ist ein Hochtal im Trentino, westlich oberhalb von Riva del Garda am Nordufer des Gardasees, rund zwanzig Autominuten entfernt. Herzstück ist der Ledrosee auf 655 Metern über Meer.
Was sind Gnocchi boemi?
Gnocchi boemi sind gedämpfte Hefeknödel mit einem Kern aus Zwetschgen, serviert mit zerlassener Butter, Zucker und Zimt. Sie gehen auf die Bewohner der Val di Ledro zurück, die im Ersten Weltkrieg nach Böhmen evakuiert wurden und die Rezepte nach ihrer Rückkehr 1918 und 1919 mitbrachten.
Welche Wanderung eignet sich in der Val di Ledro für Geniesser?
Der Naturlehrpfad im Val Concei von Lenzumo zum Rifugio Al Faggio ist leicht (8,5 Kilometer, 220 Höhenmeter) und führt durch den Wald der Fata Gavardina mit seinen Holzskulpturen. Im Rifugio lohnen sich die hausgemachten Ravioli.
Wann ist die beste Reisezeit für die Val di Ledro?
Von Mai bis Oktober. Für Geniesser empfiehlt sich der Zeitraum von Ende September bis Anfang November, wenn der «Mese del Gusto» im Garda Trentino stattfindet und die Wanderwege angenehm kühl sind.
Lohnt sich die Kombination aus Val di Ledro und Gardasee?
Ja. Die Val di Ledro bietet Stille, Wald und eine Küche mit böhmischen Wurzeln, das Nordufer um Riva del Garda und Arco ergänzt sie mit Segeln, Olivenöl und gehobener Gastronomie. Beide lassen sich gut in einem verlängerten Wochenende verbinden.
Weiterführende Informationen
- Offizielle Destination: Garda Trentino
- Weingut: Sartori Organic Farm
- Pfahlbaumuseum: Museo delle Palafitte del Lago di Ledro
- Restaurant: Ristorante Maggiorina
- Hotel im Tal: Da Elda Natural Retreat
- Rifugio: Ristorante Rifugio Al Faggio
- Hotel: Monastero Arx Vivendi
- Festival: Sponde. Süsswasserfisch auf dem Teller
- Mehr Gardasee auf TRAVELPEARLS: Herbstzauber in Norditalien: Wellnessurlaub am Gardasee und Herbsturlaub Geheimtipps 2026
Text: Guido Käppeli, Chefredaktor TRAVELPEARLS. Die Reise erfolgte vom 24. bis 27. September 2026 auf Einladung von Garda Trentino; die redaktionelle Unabhängigkeit bleibt davon unberührt. Quellen: Garda Trentino, Visit Trentino, Presseamt der Autonomen Provinz Trient, Sartori Organic Farm, Istituto Trento Doc, Gambero Rosso. Stand der Angaben: Oktober 2026.
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