Die The Red Sea Resorts an der nordwestlichen Küste Saudi-Arabiens verhandeln den Begriff Luxusresort neu. Statt auf klassische Hotelarchitektur setzt die junge Destination auf drei Häuser, deren Poollandschaften so eng mit Wüste, Fels und Meer verwoben sind, dass die Grenze zwischen Bauwerk und Natur bewusst unscharf bleibt. Shebara, Desert Rock und Six Senses Southern Dunes zeigen, wie unterschiedlich sich Luxus am Roten Meer buchstabieren lässt. Ihre Pools sind das sichtbarste Versprechen dieser Philosophie.
Alle drei gehören zum Projekt The Red Sea, das der Entwickler Red Sea Global auf einem Küstenabschnitt von 28’000 Quadratkilometern und mehr als 90 unberührten Inseln realisiert. Betrieben werden die The Red Sea Resorts vollständig mit erneuerbarer Energie, ein Anspruch, der sie von den meisten Luxusdestinationen der Region unterscheidet. Wer eine Luxusreise in den Nahen Osten plant, findet hier drei sehr unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage.
Shebara Resort: Edelstahl über türkisem Wasser
Auf der Insel Sheybarah liegt das Shebara Resort, und wer es zum ersten Mal aus der Ferne sieht, traut seinen Augen kaum. Glänzende Villen aus Edelstahl ruhen über dem flachen, türkisfarbenen Wasser des Roten Meeres. Entworfen hat sie das Dubaier Büro Killa Design, das die Anlage als eine über dem Wasser aufgereihte Kette von Perlen konzipiert hat. Das Baumaterial ist ungewöhnlich für ein tropisches Resort, aber nicht ohne Kalkül: Edelstahl verwittert im Salzwasser langsamer als die meisten anderen Materialien und wirft das Tageslicht fast spiegelhaft zurück.

Was das Shebara unter den The Red Sea Resorts auszeichnet, ist weniger die Grösse der Wasserflächen als die Perspektive. Von der Poolkante öffnet sich ein nahezu randloser Blick auf das Rote Meer, das hier eine Klarheit erreicht, die selbst erfahrene Taucher überrascht. Die 73 Villen verfügen über eigene Pools, die nach einem Bad im offenen Meer eine privatere Abkühlung bieten. Seit der Eröffnung im Herbst 2024 gilt das Haus als architektonische Visitenkarte der gesamten Destination.
Die silbrig schimmernde Struktur ist tagsüber beeindruckend, bei direktem Sonnenhoch allerdings blendend hell. Ein Geheimtipp: Wer Wert auf Schatten und Privatsphäre legt, wählt eine Villa an der Aussenseite der Perlenkette mit überdachter Terrasse.

Desert Rock: Kühle im Gesteinskessel
Wer glaubt, Poolferien und Bergwüste schlössen sich aus, wird im Desert Rock eines Besseren belehrt. Das Resort liegt eingebettet in eine Landschaft aus wind- und zeitgeformten Felsformationen der Hedschas-Berge im Landesinneren. Das Büro Oppenheim Architecture hat die Unterkünfte nicht neben die Felsen gestellt, sondern in sie hineingefügt. “Mit dem Land bauen, nicht auf ihm” lautet die Leitidee. Das Ergebnis ist eine Anlage, die man von erhöhten Punkten kaum als menschliches Bauwerk erkennt.

Der zentrale Infinity-Pool mit vorgelagerter Lounge bildet den Mittelpunkt des Resorts und öffnet den Blick auf die umliegende Wüstenlandschaft. Die Stimmung am Pool wechselt dramatisch mit dem Licht: morgens lange im Schatten der Felsen, mittags von der Sonne durchflutet, abends in ein rötliches Leuchten getaucht, das die Sandsteinformationen zurückwerfen. Rund sechzig Unterkünfte, vom Wadi-Villa bis zur in den Fels gehauenen Mountain-Cave-Suite, verteilen sich über das Gelände, viele davon mit eigenem Pool.

Wer zu Klaustrophobie neigt, sollte bedenken, dass die Lage zwischen den Felsblöcken trotz aller Grandiosität an manchen Stellen sehr nah und kompakt wirkt. Für Fotografen lohnt sich die letzte Stunde vor Sonnenuntergang: Dann glüht der Sandstein, und die Cliff-Hanging-Villen werden zum eindrücklichsten Motiv.

Six Senses Southern Dunes: Oase im Dünenmeer
Das dritte der The Red Sea Resorts spielt mit einem anderen Naturtypus: Sandwüste statt Fels, Weite statt Enge. Das Six Senses Southern Dunes, im November 2023 als erstes Haus der Marke in Saudi-Arabien eröffnet, liegt rund 100 Kilometer nordöstlich von Umluj mitten in den goldenen Dünen. Es verbindet das kulturelle Erbe der Nabatäer mit dem Wellness-Ansatz, für den Six Senses weltweit bekannt ist. Nachhaltigkeit ist hier kein Marketingversprechen, sondern Betriebsprinzip: Solarenergie versorgt die 36 Zimmer und 40 Villen, die sich flach in die Landschaft fügen, um die Silhouette der Dünen nicht zu stören.

Der Pool ist von scheinbar endlosen Sandlandschaften umgeben. Palmen und flache Wasserbecken schaffen einen Kontrast zur Trockenheit der Umgebung, der tatsächlich funktioniert. Was hier fehlt, ist die Meeresnähe der anderen Häuser: Wer auf Salzwasser und Korallen angewiesen ist, muss eine Fahrt einplanen. Wer dagegen Stille, Weite und den ungestörten Blick auf eine Dünenlandschaft sucht, findet einen Rückzugsort, den man auf der arabischen Halbinsel in dieser Form kaum erwartet hätte.

Die The Red Sea Resorts im Vergleich: welches passt zu wem?
Die drei Häuser bedienen unterschiedliche Reisetypen. Das Shebara Resort ist die erste Wahl für Taucher und Design-Liebhaber, die über dem Wasser wohnen möchten. Das Desert Rock eignet sich für Reisende, die die Dramatik der Landschaft und Abgeschiedenheit suchen. Das Six Senses Southern Dunes spricht Wellness-Gäste an, für die Ruhe und Weite über der Meeresnähe stehen. Preislich bewegen sich die The Red Sea Resorts im oberen Segment: Für das Shebara werden je nach Saison ab etwa SAR 9000 pro Nacht aufgerufen, umgerechnet rund 1900 Franken.
The Red Sea: eine Destination im Aufbau
The Red Sea ist kein fertiges Produkt, sondern ein Projekt, das noch wächst. Das Areal umfasst 28’000 Quadratkilometer und mehr als 90 unberührte Inseln und wird von Red Sea Global entwickelt, einem Unternehmen des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund im Rahmen der Vision 2030. Herzstück ist Shura Island mit elf geplanten Resorts, einer Marina und einem Meisterschaftsgolfplatz. Der Red Sea International Airport, entworfen von Foster + Partners, soll bis 2030 bis zu eine Million Gäste jährlich aufnehmen.
Die gesamte Destination wird mit erneuerbarer Energie betrieben. Für eine Region, die sonst vor allem mit fossilen Ressourcen assoziiert wird, ist das ein Statement. Ob es langfristig gelingt, den Massenandrang, den eine solche Infrastruktur anzieht, mit dem Versprechen unberührter Natur zu vereinbaren, bleibt die offene Frage, die die Destination selbst beantworten muss.
TRAVELPEARLS-Tipps
- Beste Reisezeit: Oktober bis April, wenn die Temperaturen an Küste und Wüste angenehm sind. Die Sommermonate sind wegen der extremen Hitze deutlich anspruchsvoller.
- Anreise: Über den Red Sea International Airport, entworfen von Foster + Partners, mit wachsendem Netz internationaler Verbindungen; alternativ via Jeddah und Inlandtransfer.
- Buchung: Direktbuchung über die Resort-Websites oder visitredsea.com, um Frühbucherkonditionen zu sichern.
- Preise: Das Shebara ist ab etwa SAR 9000 (rund 1900 Franken) pro Nacht buchbar; Desert Rock und Six Senses Southern Dunes liegen je nach Villa und Saison in einem ähnlichen Rahmen.
- Geheimtipp: Die klarste Sicht auf die Korallenriffe bieten die Monate März bis Mai, wenn das Wasser bereits warm, die Luft aber noch nicht sommerlich drückend ist.
Häufige Fragen zu den The Red Sea Resorts
Wo liegen die The Red Sea Resorts?
Die Resorts liegen an der nordwestlichen Küste Saudi-Arabiens, verteilt auf Inseln, Küste und das Bergland der Hedschas-Region. Das Projektareal umfasst 28’000 Quadratkilometer und mehr als 90 Inseln.
Wann haben Shebara, Desert Rock und Six Senses Southern Dunes eröffnet?
Das Six Senses Southern Dunes eröffnete im November 2023, das Shebara Resort im Herbst 2024 und das Desert Rock im Jahr 2025.
Welches Resort hat die schönsten Pools?
Das hängt vom Naturraum ab: Shebara bietet Pools über dem Roten Meer, Desert Rock einen Infinity-Pool im Felskessel und Six Senses Southern Dunes flache Wasserbecken inmitten der Dünen. Für Taucher ist Shebara erste Wahl, für Wüstenromantik das Desert Rock.
Wann ist die beste Reisezeit für The Red Sea?
Die beste Reisezeit ist Oktober bis April mit angenehmen Temperaturen. Für klare Sicht beim Schnorcheln und Tauchen eignen sich besonders die Monate März bis Mai.
Wie kommt man zu den The Red Sea Resorts?
Die Anreise erfolgt über den Red Sea International Airport, entworfen von Foster + Partners, der bis 2030 bis zu eine Million Gäste jährlich aufnehmen soll. Alternativ ist die Anreise über Jeddah mit anschliessendem Inlandtransfer möglich.
Drei Naturräume, drei völlig verschiedene Architektursprachen, ein gemeinsames Konzept: Die The Red Sea Resorts funktionieren nicht trotz ihrer extremen Umgebung, sondern wegen ihr. Saudi-Arabien betritt damit ein Terrain, das bislang von den Malediven, den Seychellen und einigen wenigen Wüstenresorts besetzt war.
Autor: TRAVELPEARLS-Redaktion. Quellen: Red Sea Global, Killa Design, Oppenheim Architecture, Six Senses. Stand: Juli 2026.