Wer die Martinhal Resorts Algarve kennt, kennt auch das Bild der vollen Parkplätze, die Schlangen vor den Klippen-Aussichtspunkten, die Wartelisten in den besten Fischrestaurants. Was viele nicht wissen: Zwischen Anfang Juni und Mitte Juli existiert ein kurzes, kostbares Fenster, in dem die Region sich selbst gehört. Unsere Redaktion hat dieses Zeitfenster genutzt und zwei Resorts unter die Lupe genommen, die genau darauf ausgerichtet sind – das Martinhal Sagres Beach Family Resort an der wilden Westküste und das Martinhal Quinta do Lago im ruhigeren Osten.
Martinhal Sagres: Wo der Atlantik den Familienurlaub prägt
Das Martinhal Sagres liegt am äussersten Zipfel des europäischen Kontinents, in der Nähe des Cabo de São Vicente, und diese geografische Randlage ist kein Nachteil – sie ist das eigentliche Versprechen. Die Bucht der Praia do Martinhal ist geschützt genug für erste Surfversuche, aber wild genug, um den Atlantik wirklich zu spüren. Temperaturen zwischen 22 und 26 Grad im Frühsommer sorgen für angenehme Verhältnisse, die atlantische Brise macht selbst mittags strahlende Sonne erträglich. Ehrlich gesagt: Wer empfindlich auf Wind reagiert, sollte das einkalkulieren. Die Brise ist allgegenwärtig.
Das Resort selbst wurde 2010 vom singapurisch-schweizerischen Unternehmerpaar Chitra und Roman Stern gegründet, und dieser Hintergrund ist im Konzept spürbar: Hier wurde nicht ein bestehendes Hotel familienfreundlich umgerüstet, sondern von Anfang an ein System entwickelt, das Eltern und Kindern gleichzeitig gerecht wird. Geräumige Holzvillen und Apartments schaffen Platz für echtes Familienleben; die Wege zwischen Unterkunft, Strand, Pool und Restaurant sind kurz genug, um den Tagesablauf nicht zur Logistikaufgabe werden zu lassen.
Der Rhythmus des Tages ergibt sich fast von selbst. Vormittags Surfkurs oder Baden in der Bucht, nachmittags Stand-up-Paddling oder eine Entdeckungstour durch den Naturpark Costa Vicentina – eine der wenigen noch wirklich unberührten Küstenregionen Europas. Das Martinhal bietet dabei ein Bausteinprinzip: mal mit Kinderbetreuung, mal ohne, je nach Stimmung und Bedürfnis der Familie.
Quinta do Lago: Lagunen, Flamingos und Golfplätze ohne Wartezeit
Das Martinhal Quinta do Lago erzählt eine andere Geschichte als sein westliches Geschwister. Die Landschaft ist hier gemässigter, geformter – Pinienhainen, Wasserläufe und die Lagunen des Naturschutzparks Ria Formosa prägen das Bild. Wer früh morgens mit dem Fahrrad in Richtung Lagune aufbricht, begegnet mit etwas Glück Flamingos, Wasserschildkröten oder, seltener, dem europäischen Chamäleon. Das klingt nach Safari-Romantik, ist aber schlicht die lokale Fauna eines gut geschützten Ökosystems.
Die Golfplätze der Region – allesamt zu den anspruchsvollsten der iberischen Halbinsel zählend – sind im Frühsommer ohne den üblichen Startdruck bespielbar. Die Watersport Academy des Martinhal Resorts Algarve nimmt kurzfristige Buchungen entgegen, die Tennis- und Padelplätze sind tatsächlich verfügbar, wann man sie braucht. Für alle, die das kulinarische Angebot der Region erkunden möchten: Das Spektrum reicht von unkomplizierten Fischrestaurants an der Küste, wo gegrillte Meeresfrüchte noch nach Meer schmecken und nicht nach Durchlauferhitzer-Küche, bis zu gehobenen Restaurants, die die Algarve-Küche mit modernen Techniken neu interpretieren.
Zwei Martinhal Resorts Algarve im Vergleich: Welches passt?
Martinhal hat mit seinen vier Häusern – Sagres, Quinta do Lago, Chiado und Lisbon Oriente – eine eigene kleine Welt geschaffen, in der Familien reisen, ohne auf das Serviceniveau eines Fünf-Sterne-Hotels zu verzichten. Das ist konzeptionell klug, weil es die übliche Spannung zwischen Kinderfreundlichkeit und Anspruch auflöst. In Sagres spürt man die Unmittelbarkeit des Atlantiks in jeder Pore des Resorts. In Quinta do Lago überwiegt das Gefühl von Weitläufigkeit, von Zeit, die sich dehnt.
Was beide verbindet: Das Frühsommer-Fenster macht aus einem guten Urlaub einen sehr guten. Weniger Gedränge bedeutet mehr Raum für das, was Familienurlaub im besten Fall sein kann – gemeinsam ankommen, ohne den ganzen Tag zu planen.
Geheimtipps & Insider-Wissen für die Algarve im Frühsommer
Beste Reisezeit: Die ersten drei Juni-Wochen bieten das ideale Verhältnis aus Wärme, ruhiger Atmosphäre und vollen Serviceangeboten der Resorts – vor den portugiesischen Schulferien (ab ca. 20. Juni).
Kulinarik abseits der Resorts: In Sagres lohnt sich ein Abend im «A Casinha» für fangfrischen Fisch ohne Touristenaufschlag. Nahe Quinta do Lago serviert das «2 Passos» in der Fuseta authentische Cataplana.
Naturerlebnis Ria Formosa: Eine geführte Bootstour ab Faro erschliesst die Laguneninseln der Ria Formosa – frühmorgens sind die Chancen auf Flamingo-Sichtungen am besten.
Anreise-Tipp: Faro wird ab Zürich direkt angeflogen (ca. 2:45 h). Mietwagen ab Flughafen nach Sagres: rund 90 Minuten entlang einer spektakulären Küstenstrasse.
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